That Zesty Lemon

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Leben · Satire · SeitenhiebeVon Dani Lemonade

18. Oktober 2026

Berlin: Straße ins Nirgendwo. Schienenersatzverkehr fällt aus.

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Berlin hat einen Plan.

Bitte bleiben Sie ruhig. Bislang gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass irgendetwas umgesetzt wurde.

Linke, Grüne und SPD haben ihre Sondierungen abgeschlossen und wollen Koalitionsverhandlungen aufnehmen. Die Besprechung darüber, ob wir weitere Besprechungen abhalten, wurde erfolgreich beendet.

Kann bitte jemand die Gedenk-Jutebeutel bestellen?

Erfundene satirische Szenen mit Steffen Krach, Werner Graf und Elif Eralp: Koalitionsversprechen, Vermieterschilder und politische Karrieren.
Rot-Grün-Rot: Dieselbe Scheiße. Neuer Briefkopf. Satire; Szenen und Dialoge sind erfunden. Zum Vergrößern anklicken. Der Comic verspottet Koalitionspapierberge, den Austausch von Vermieterschildern, Streit über grundlegenden Anstand und bequeme politische Karrieren mitten in der Wohnungsnot.

Zu ihren Wohnungsplänen gehören die Überführung großer privater Wohnungsbestände in öffentliches Eigentum gegen Entschädigung sowie ein ambitioniertes Neubauprogramm.

Denn wenn Menschen keine Wohnung finden, liegt die politische Versuchung natürlich darin, jahrelang darüber zu streiten, wem die bereits vorhandenen Wohnungen gehören.

Ein anderer Vermieter kann Mietern helfen. Ein zusätzliches verdammtes Schlafzimmer entsteht dadurch allein nicht.

Und ja, Neubau schlagen sie ebenfalls vor. Gut. Zeigt mir die Grundstücke, die Finanzierung, die Bauunternehmen und die Fertigstellungstermine. Ich würde gern erleben, dass Wohnungspolitik ihren natürlichen Berliner Lebensraum verlässt: die Pressekonferenz.

Dann wäre da noch die politische Hausordnung.

Die Parteien mussten sich auf Verpflichtungen gegen Antisemitismus verständigen. Anschließend wurden genau diese Verpflichtungen zum Streitpunkt und unterbrachen die Gespräche.

Entschuldigung, aber „Jüdische Menschen sollen sicher sein“ sollte eine Zugangsvoraussetzung für Regierungsverantwortung sein, nicht die schwierige Bonusfrage beim Koalitions-Pubquiz.

Offenbar braucht selbst die moralische Mindesthöhe mehrere Entwürfe und einen Arbeitskreis.

Gleichzeitig enthält der Plan völlig vernünftige Ziele: besseren Nahverkehr, bezahlbaren Wohnraum, funktionierende öffentliche Dienstleistungen.

Wunderbar. Ich unterstütze das revolutionäre Konzept einer Stadt, die ihren verdammten Job macht.

Genau deshalb habe ich diese Inszenierung so satt. Menschen brauchen ein Zuhause und eine Regierung, die liefern kann. Keine weitere professionell fotografierte Erklärung, dass Liefern weiterhin ein gemeinsames Anliegen bleibt.

Und bevor die CDU ihren Heiligenschein poliert: Einen Zirkus erkennen zu können, qualifiziert euch noch lange nicht dafür, die Stadt zu regieren. Ihr braucht immer noch eine glaubwürdige Antwort, die über das Zeigen auf die Clowns hinausgeht.

Mein Problem ist die wachsende Lücke zwischen politischer Gewissheit und praktischer Kompetenz.

Jede Partei weiß ganz genau, wie die Gesellschaft funktionieren sollte. Nur die Maschinerie zum Laufen zu bringen, bleibt irgendwie unter der Würde des Wahlprogramms.

Wir sind auf der Straße ins Nirgendwo.

Berlin wird demnächst ein Beteiligungsverfahren zur möglichen Umbenennung dieser Straße ankündigen.

Saurer Gedanke: Die Miete ist am Ersten fällig. Politische Rechenschaft gibt es weiterhin nur nach Terminvereinbarung.

Persönlicher Kommentar und Satire. Szenen und Dialoge im Comic sind erfunden. Die besprochene Vereinbarung ist ein Sondierungspapier, das Parteizustimmung und Koalitionsverhandlungen unterliegt – kein beschlossenes Regierungsprogramm.

Berichterstattung: Tagesschau zur Sondierungsvereinbarung und zum Streit über Antisemitismus; dpa-Zusammenfassung der Vorhaben.

Die Zitrone weiterreichen.

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