23. Oktober 2026
The Weekly Squeeze: Was kostet der Fisch – und wem gehört der Ozean?
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Diese Woche: Gebietsansprüche mit Kuscheldecke, besorgniserregende Windräder, Bewerbungen ohne Publikum und ein vernünftiger Grund, sich anschreien zu lassen.
Meine Stimmung: müde. Es regnet. Die Hunde schauen aus dem Fenster. Es regnet immer noch. Die Welt brennt, aber offenbar nicht heiß genug, um hier wenigstens die Wäsche zu trocknen.
Der Atlantik braucht eine neue Marke
Trump behauptet, er habe Googles Chef wegen einer Umbenennung des Atlantiks angerufen. Google hat das Gespräch nicht unabhängig bestätigt. Früher wollte man als Präsident Geschichte schreiben. Heute reicht offenbar die Bearbeitungsfunktion in Google Maps.
Ich persönlich hätte gern, dass Google Maps mein Sofa in „Die Autonome Republik Lass mich verdammt noch mal in Ruhe“ umbenennt.
Meine Gebietsansprüche kommen wenigstens mit einer Decke.
Don Quijote hätte gern Tantiemen
Musk reagierte auf mögliche Untersuchungen im Kongress mit Schwertmetaphern und Vergeltungsankündigungen. Trump erklärte importierte Windkraftanlagen und Bauteile zum Sicherheitsproblem. Ein Milliardär will ein Schwert. Ein Präsident misstraut Windmühlen. Man vermisst inzwischen die Zeiten, in denen Größenwahn wenigstens ein Pferd hatte.
Also wurde ich Batman. Das Bullshit-Signal leuchtet. Eazy und Hazel haben die Robin-Kostüme gefressen. Die Personalentscheidung ist damit gefallen.
Frankreich brennt. Deutschland diskutiert Halloween.
Frankreich beschäftigt sich mit den Folgen des 17. Oktober: friedliche Massenproteste, aber auch Brände, Plünderungen und Angriffe durch gewalttätige Gruppen. Für den 31. Oktober mobilisiert „Gen Z regelt“ in Deutschland. Die Linke unterstützt die Proteste; Sicherheitsbehörden warnen vor extremistischer Vereinnahmung. Die Initiative lehnt Gewalt ausdrücklich ab.
Gut. Bezahlbares Leben und bessere Bildung sind vernünftige Forderungen. Ein brennendes Auto ist kein Argument. Es wird auch durch einen coolen Soundtrack keines. Wer friedlich demonstriert, verdient Schutz. Wer randaliert, kein revolutionäres Gütesiegel. Und die Pferde lassen wir bitte aus diesem menschlichen Irrsinn heraus.
Corporate Hunger Games: Schweden als Ausweg
Über 100 Bewerbungen seit Juni. Ein menschliches Gespräch. Mein Lebenslauf wurde so oft überarbeitet, dass er inzwischen Anspruch auf eine eigene Autobiografie hat. Nebenbei lerne ich KI. Darüber würde ich gern mit einem Menschen sprechen. Dafür müsste ich allerdings erst einmal an der Maschine vorbeikommen.
Alle haben Ratschläge. Die meisten mit Kassenfunktion. Ich suche ein Gehalt, angeboten wird mir ein Warenkorb. Vielleicht also doch ein Hof in Schweden. Wenn ich schon Scheiße schaufle, möchte ich wenigstens wissen, welches Tier dafür verantwortlich ist. Tiffany verkauft bestimmt schon Hühner-Coaching.
Kurz mal Frieden
Zwei Rehe neben zwei Heuballen. Sehen aus wie Riesenschnecken mit Geweih. Niemand hält eine Wahlkampfrede. Vorbildliches Tempo. Überzeugendes Konzept. Ich wäre bereit, mich dieser Bewegung anzuschließen.
Erschöpfung hat jetzt einen Soundtrack
Und dann habe ich als Dani Lemonade auch noch Musik veröffentlicht: Lemon Baby, Pandemic Magic, Welcome to the Grift Show, Bad Idea, Trouble Looks Good on Me, Space Odyssey und All Tricks, No Treats – mit Sim Salabim und den Industrial- und Techno-Mixen von Welcome to the Sh1t Show!
Die Titel lesen sich wie das Protokoll der Weltnachrichten. Lemon Baby ist das Herz darunter. Meine restliche Geduld wurde in Bass umgewandelt. Zu hören über Zesty Lemon Records.
Am Sonntag darf jemand anderes schreien
Wir gehen zur ADE und zu Scooter in die Ziggo Dome. „How much is the fish?“ könnte inzwischen auch eine Trump-Rede zur Wirtschaft eröffnen. Dazu Respekt für den Mann im Eiswagen und eine Richtungsangabe zwischen rechts und links: Der nächste Wahlkampfauftritt wäre fertig.
Bei Scooter hat der Unsinn wenigstens einen Beat. Und anschließend muss niemand erklären, ob der Fisch jetzt Einfuhrzöllen unterliegt.
Noch immer müde. Noch immer wenig beeindruckt. Aber für ein paar Stunden wird der lauteste Mann im Raum einer sein, für den ich freiwillig Eintritt bezahlt habe.
Das Bullshit-Signal kann warten. Ich gehe tanzen.

Quellen und Hintergründe
- Trumps Darstellung des Gesprächs über den Atlantik
- Musks Reaktion auf mögliche Untersuchungen
- Proklamation zu Windturbinen-Importen
- Reuters: Proteste und Ausschreitungen in Frankreich
- Protestaufrufe und Unterstützung durch Die Linke
- Gen Z regelt: Forderungen und Ablehnung von Gewalt
- Corporate Hunger Games: Liegt der Ausgang auf einem Hof in Schweden?
- Scooter bei ADE am 25. Oktober 2026
Persönlicher Wochenrückblick und politische Satire. Die Dialoge im Comic sind erfunden.

