30. Oktober 2026
The Weekly Squeeze: Fleisch, Hintern & Wahlkampf-Horror
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Ich wollte eine Nachrichtenpause machen. Leider haben die Nachrichten meine Adresse, einen Ersatzschlüssel und absolut keine verfickten Manieren. Diese Woche: präsidiales Fleischtheater, eine ungefragte Promi-Hinternbewertung, Wahlergebnisse mit republikanischem Rückgaberecht und Deutschland im Halloween-Modus, als hätten sich die Kürbisse radikalisiert.
USA: Der Wahlkampf ist an der Fleischtheke angekommen
Bei seinem Auftritt am 27. Oktober in Corpus Christi spielte Trump einen imaginären James Talarico beim Fleischessen nach. Mit Gesten. Mit Geräuschen. Anschließend erklärte er seine eigene Fleischbegeisterung. Das Präsidentenamt ist offenbar inzwischen Teleshopping um halb drei: Das Produkt heißt Fremdscham, die Batterien kosten extra.
Beim Michigan-Auftritt am 25. Oktober schwärmte er außerdem von Nicki Minajs schönem und kaum zu übersehendem Hintern. Die Leute sorgen sich um ihre Rechnungen; der Präsident übernimmt die Gesäßbegutachtung. Irgendwo versucht ein Wahlkampfberater gerade, aus Fleisch und Arsch ein Wirtschaftskonzept zu basteln. Fünf Punkte. Keiner davon bekleidet.
Quellen: Redeprotokoll · CNN Newsource

Alaska: Demokratie mit Rückgaberecht
Das US-Justizministerium will per Klage die Bestätigung einer knappen republikanischen Niederlage bei der Senatswahl in Alaska verhindern. Begründung: zwei Kandidaten namens Dan Sullivan könnten Wähler verwirren. Trump sagt, er habe die Klage angestoßen. Sein Justizminister erklärt, das sei keine Übernahme der Wahl. Selbstverständlich nicht. Nur eine Reklamationsabteilung für Ergebnisse, die der Geschäftsleitung nicht gefallen.
Die Beschwerde vorzubereiten, bevor die Menschen fertig gewählt haben, hat schon einen ganz besonderen Geruch. Demokratie heißt nicht: Ihr dürft frei entscheiden, solange am Ende unsere Antwort herauskommt.
Deutschland: Süßes, Saures oder Wasserwerfer?
Vor dem 31. Oktober bereitet sich die Polizei auf Jugendproteste und mögliche Gewalt durch Extremisten vor. In Köln gibt es Hinweise auf Brandstiftungs- und Sachbeschädigungsaufrufe einzelner Gruppen und Personen. Berlin meldet dagegen keine konkreten Erkenntnisse über organisierte Plünderungen oder gezielte Gewaltaufrufe. Die Organisatoren der Proteste lehnen Gewalt ab.
Meine wahnsinnig komplizierte Haltung: Demonstriert. Laut. Aber zerlegt nicht die Existenz anderer Menschen und verkauft die Scherben als Manifest. Gleichzeitig macht die Forderung nach bezahlbarem Leben einen Jugendlichen noch nicht zum bewaffneten Arm eines Hokkaido.
Früher brauchte Halloween ein Bettlaken mit zwei Löchern. Heute braucht es eine Lagebesprechung, einen Wasserwerfer und drei konkurrierende Gefahrenprognosen. Deutsche Gründlichkeit. Selbst das Gruseln hat einen Einsatzplan.
Polizei Köln · Berliner Lagebild · Position der Organisatoren, DW
Auch die Tierwelt hat gekündigt
In England wurde Wasserschweindame Samba sieben Monate nach ihrer Flucht aus dem Marwell Zoo wieder fotografiert. Die Pfleger arbeiten behutsam an ihrer Rückkehr. Ich respektiere eine Frau, die sich das Gehege und die Führungsebene ansieht und anschließend ihren Ausstiegsplan umsetzt.
In North Carolina sprang ein Hirsch durch das Fenster eines Waschsalons und turnte über die Maschinen. Niemand wurde verletzt. Endlich ein Schleudergang, bei dem man hinterher berechtigt fragen darf: War das gerade ein Wildunfall?
Sambas Sabbatical · Wildwäsche


Der bittere Gedanke der Woche
Halloween dauert eine Nacht. Die Horrorclowns haben eine Pressestelle.
Hunde knuddeln. Bullshit-Signal anlassen.

